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Porträts Schreibwerkstatt

Porträts unserer Studentinnen und Studenten aus dem Seminar Schreibwerkstatt

Bernadette Linder

Dank Terror zum Doktortitel

Wie berichten Medien über Terroristen und ihre Bombenanschläge? Eine, die es genau wissen muss, ist Bernadette Linder. Sie hat darüber ihre Dissertation geschrieben.

Wie jung darf eine Doktorandin sein? Als Bernadette Linder den Titel «Mag. Dr.» erhalten hat, war sie gerade mal 26 Jahre alt. Hatte ein abgeschlossenes Studium in Politik- und Geschichtswissenschaften hinter sich. Ihre Dissertation lautet: «Terror in der Medienberichterstattung». Ihre Arbeit handelt vom Journalismus. Und den von Land zu Land unterschiedlichen Berichterstattungen zum Thema «Terrorismus».

Bernadette Linder findet die Medien faszinierend. Schon als Kind hat sie die Nachrichtensendungen geliebt. «Ich habe mich früher besonders für die politischen Themen – deren Inszenierung – interessiert», schwärmt Bernadette Linder. Seit dem 11. September 2001 – seit dem Anschlag auf das World Trade Center in den USA – ist das anders: Der Terrorismus hat ihre Aufmerksamkeit geweckt. Seither fragt sie sich: weshalb diese Gewalt, Angst und dieser Schrecken? Diese Frage hat sie nicht mehr losgelassen. Sie wollte mehr darüber wissen und verstehen, wie solche politisch-religiösen Eskalationen passieren können. Verstehen, was einen Menschen dazu antreibt, sich und andere in die Luft zu sprengen.

Grund für ihre Doktorarbeit sei auch eine Rede des amerikanischen Präsidenten George W. Bush gewesen. Bernadette Linder: «Bush hatte dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera vorgeworfen, das Sprachrohr des Terrorismus zu sein. Das habe ich in meiner Arbeit analysiert. Die Analyse ergab, dass der TV-Sender Al Jazeera sich bemühte, objektiv zu berichten. Beim amerikanischen TV-Sender CNN waren die Berichte nicht immer objektiv gehalten.»

Nach der Doktorarbeit der Traumjob?
Ihren Traumjob, über Kriege zu berichten, hat sie aber noch nicht verwirklicht. Sie weiss, dass gute Kriegsberichterstattung vor Ort passieren muss. «Ich müsste ein paar kräftige Bodyguards ins Krisengebiet mitnehmen, denn als Frau lebt man dort besonders gefährlich», sagt sie. Darum verfasst Bernadette Linder lieber Texte und Berichte für Unternehmen. Dies ist auch der Grund, wieso sie die Schreibwerkstatt besucht hat. Sie erklärt augenzwinkernd: «Ich redigiere lieber Texte in der Verständlichkeitskrise. Befreie die Texte von überflüssigen Wörtern und Missverständnissen. Denn Sätze sollen sich nicht gegenseitig bekriegen.»

Katrin Haldemann

Dufte Texte dank der Schreibwerkstatt

Wenn es gut riecht, geht es ihr gut. PR-Fachfrau Katrin Haldemann ist fasziniert von Düften und davon, wie sie auf Menschen wirken. Sie erkennt auch einige Parallelen zwischen einem guten Duft und einem guten Text: Beides funktioniert nur mit dem perfekten Aufbau.

Katrin Haldemann beschäftigt sich intensiv mit Düften – dem Duft von Parfüms, Seifen oder Cremes. Sie liest über die Psychologie des Geruchssinns, mischt eigene Duschgels und kreiert Badebomben. In Grasse, dem bekannten Schauplatz im Buch «Das Parfüm», hat sie bereits ihr eigenes Parfüm kreiert. «Es ist eine Leidenschaft von mir. Wo sie mich hinführt, weiss ich noch nicht, aber es macht mir Spass!», schwärmt Katrin Haldemann. Sie hat aber nicht nur eine Schwäche für Gerüche, sondern auch für Worte.

Wörter richtig dosieren
Vor 10 Jahren hat Katrin die Ausbildung zur PR-Fachfrau abgeschlossen und dann die Schreibwerkstatt bei der Schweizerischen Text Akademie angehängt. Genau wie bei der Komposition von Düften, hält sich Katrin Haldemann seither auch beim Schreiben an Regeln. An die Verständlichkeitsregeln! In der Schreibwerkstatt hat sie erkannt, dass verständliche Texte nach klaren Mustern aufgebaut sind – wie ein Parfüm. Man muss auch beim Schreiben auf die «Dosierung der Ingredienzien» achten. Im Text sind es unter anderem lange Sätze, Modalwörter oder passive Satzstellungen.

Die Kopfnote im Text
Ihre eigenen Düfte erstellt Katrin in ihrer Freizeit. Aber mit der «gewissen Kopfnote» hat sie jeden Tag zu tun – wenn sie Texte schreibt. Bei einem Text achtet sie auf einen spannenden Lead oder einen Titel, der zum Weiterlesen animiert. Bei einem Duft entspricht das der Kopfnote. «Die Kopfnote ist der erste Geruch, der einem in die Nase steigt. Anhand von ihr und dem Zusammenspiel von Herz- und Basisnoten entscheiden wir uns, ob wir den Geruch mögen oder nicht», erklärt Katrin Haldemann. Es gibt ganz bestimmte Düfte für die Kopfnote. Im Text entspricht das dem Lead und der passenden Schlagzeile. Zudem ist der Anreiz in einem Text vergleichbar mit den Basisnoten eines Duftes. Sie sind lang anhaltende Düfte und sie entscheiden, ob man den Duft wiederverwendet oder nicht. Genauso entscheiden wir uns, ob uns ein Text gefallen hat oder nicht.

Heidi Dübendorfer

Dank Schlagfertigkeit zu guten Texten

Beim Rudern gibt der Schlagmann die Ruderfrequenz an. Jeder Schlag sitzt, das Ruderboot gleitet elegant übers Wasser. Seit Heidi Dübendorfer rudert, befolgt sie des Schlagmanns Takt. Das kennt sie vom Schreiben: Denn Satzrhythmus ist entscheidend.

Heidi Dübendorfer ist begeisterte Ruderin. Seit sie in Schaffhausen wohnt, besucht sie regelmässig den dortigen Ruderclub. Dass sie mit dem Rudern angefangen hat, liegt an ihrem Wohnort. «Wer sich so nahe am Rhein befindet, muss mit dem Rudern beginnen», erzählt Heidi Dübendorfer. Und lächelt.

Mit Wort, Satz und Text zu «Wortschatz»
Wenn sie nicht im Ruderboot sitzt, beschäftigt sich Heidi Dübendorfer mit Texten. Seit fast zehn Jahren schreibt sie für ihre eigene Firma «Wortschatz». Früher, als sie noch im Event Marketing gearbeitet hat, hat sie regelmässig Texte für die Publikation von Events verfasst. Aber wie kam sie zum professionellen Schreiben? «Durch mein Mundwerk!», schmunzelt Heidi. «Ich galt schon immer als redegewandt und schlagfertig. So hab ich irgendwann begonnen, das auch aufs Papier zu bringen.»

Nachdem sie bereits den Studiengang CAS Texterin absolvierte, hat sie vor Kurzem auch die Schreibwerkstatt abgeschlossen. Seitdem weiss die Ruderin, wie sie ihre Texte in sicheres Gewässer steuert: Sie schreibt aktiv, benutzt kurze Sätze und achtet auf eine einfache Ausdrucksweise. Und schon entsteht ein lesenswerter Text.

40 Seiten aus dem Engadin
Als Texterin gestaltet sie aus Sätzen ganze Melodien – in ihrem eigenen Satzrhythmus. Im Vordergrund steht dabei die Idee – nicht die Grammatikregeln. Eines ihrer Lieblingsprojekte ist eine 40-seitige Zeitungsbeilage gewesen. Eine über die Destination Engadin St. Moritz. Wieso wohl? Vielleicht wegen ihrer Verbundenheit zum Engadin. Vielleicht, weil sie diese Aufgabe so sehr ans Rudern erinnert hat. An das rhythmische Rudern, wo jeder Schlag sitzen muss. Wie auch jeder Satz in einem Langtext stimmig, rhythmisch und bestimmt sein muss. Damit der Text nicht vor der Ziellinie in Langeweile untergeht.

Regina Sele

Mit Form und Text zum Traumjob

Viele suchen ihren Traumjob, nur wenige finden ihn. Regina Sele hat ihren Traumjob selber kreiert. Sie lernte einst, Werbemittel zu designen, und schrieb später die Inhalte dazu. Mit Erfolg!

Regina Sele besitzt ihre eigene kleine Agentur «selegrafik&text». Ihr Talent für Gestaltung und ihre Kreativität hat sie von den Eltern erhalten. Denn im Hause Sele hat man immer die Kreativität, das Geschichtenerzählen, gefördert: «Es hat immer eine Gute-Nacht-Geschichte gegeben, immer!», erinnert sich Regina Sele. Das heimische Storytelling hat ihr die Weichen für die Zukunft gestellt. Damals ist für sie klar gewesen, dass sie einen kreativen Beruf erlernen will. Etwas mit Farben, Formen und Bildern. Also hat sie sich zur Grafikerin ausbilden lassen.

Gut gerüstet in die Selbstständigkeit
Die gelernte Grafikerin schreibt gerne. Daher ist es für sie selbstverständlich gewesen, sich auch im Schreiben weiterzubilden. Unter anderem im verständlichen Schreiben und im kreativen Texten. Sie hat also die grosse Triage vervollständigt. Die drei grossen Gegebenheiten, die eine junge Grafikerin zu ihrer eigenen, selbstständigen Chefin macht: Wissen, Wunsch und Mut.

Ist Regina Sele nun am meistgesuchten Arbeitsziel – bei ihrem Traumjob? Darauf gibt sie eine klare Antwort: «Ja! Ich habe mich inspirieren lassen, gearbeitet, gelernt und meinen Traumjob selber kreiert.» Und es funktioniert: Für ein aktuelles Projekt gestaltet und textet Regina eine Corporate Website. Bei diesem Projekt kann sie ihrer Kreativität im Rahmen der Corporate Identity freien Lauf lassen. Immer mit Fokus aufs Publikum. «Ich frage mich immer wieder, für wen genau ich schreibe und gestalte. Was wollen die Leserinnen und Leser erleben? Wie lass ich sie es erleben?», erklärt Regina Sele.

Strukturierte Tage und Texte
Genauso, wie sie einen Text strukturiert, versucht sie auch, ihren Tag zu strukturieren. Als Mutter einer zweijährigen Tochter muss sie ihre Aufmerksamkeit gut einteilen. Wenn sie nicht mit ihrer Arbeit beschäftigt ist, benötigt ihre Tochter die Aufmerksamkeit. Daher arbeitet sie öfters bis in die Nacht. Dies ist doch bei allen kreativen Berufen so, meint sie. In der Nacht findet sie die guten Ideen. Zudem fördert es ihre Kreativität, wenn sie ihrer Tochter eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt. Dann ist sie im kreativen Denkmodus. Ob ihre Tochter eines Tages auch Texterin wird?

Daniel Hellstern

Kreativität als Luxusproblem

Was macht eine Kurzgeschichte aus? Für Daniel Hellstern eine einfache Frage: Es braucht eine Idee, überraschende Wendungen, die richtige Wortwahl. Und schon hat er eine Geschichte erzählt. An Ideen fehlt es ihm nie – reiner Luxus.

Daniel Hellstern ist ein Wortalchemist. Was macht ein Wortalchemist? Ein Alchemist schafft aus Bestehendem etwas Neues. Bestehendes, das sind für Daniel Hellstern die Grundstoffe: Erfahrungen, Wissen, Ideen. Diese Grundstoffe verwendet er, wenn er eine Geschichte schreibt. Damit daraus eine neue Geschichte entsteht, verpasst er einer bekannten Form, wie der des Krimis, einen ungewöhnlichen – eben neuen – Inhalt. Dieser muss überraschen und antreiben, damit die Leserinnen und Leser weiterlesen.

Wenn Rotkäppchen stirbt
Daniel Hellstern generiert wie eine Maschine Ideen. Ständig ist er am Rotieren und spuckt neue Ideen aus. Für ihn ist das ein Luxusproblem. Will er sich seinen Kurzgeschichten widmen, steht da bereits ein anderer Gedanke im Weg, der verfolgt werden will. «Das ist mitunter ein Grund, wieso ich nicht regelmässig zum Schreiben komme. Zu viele Ideen und Lieblingsbeschäftigungen», meint Daniel Hellstern lachend. Wenn er sich an seine Kurzgeschichten setzt, dann werden sie düster und etwas böse. Bei der Neuerzählung eines Märchens hat er auch schon das Rotkäppchen sterben lassen. Daniel Hellstern mag schwarzen Humor. Jedoch geschieht bei ihm vieles automatisch, wenn er schreibt. Er hat auch schon vergessen, welche Nebenfiguren er geschaffen hat. Aufgefallen ist ihm das im Nachhinein. Beim Durchlesen.

Spielend schreiben
Zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehört auch das Spiele entwickeln. Wie er auf diese Idee gekommen ist? «Ich spiele sehr gerne. Und das Entwickeln von Spielen ist eine weitere Art, kreativ tätig zu sein. Das gefällt mir einfach», lautet Daniels Antwort. Zudem funktioniert ein Spiel ähnlich wie ein Text: Beim Schreiben will man den Leser in die Geschichte hineinziehen. Unnötiges wird eliminiert, da es nicht interessiert und der Verständlichkeit im Wege steht. Das Gleiche gilt für ein Spiel. Das Spiel muss aus der richtigen Mixtur bestehen. Dazu nimmt man eine lustige Idee, eine verständliche Anleitung und fügt dramaturgische Wendungen hinzu. Genauso arbeiten Wortalchemisten.

Patricia Umbricht

Google als Karriere-Berater

Nachdem Patricia Umbricht das Wort «Kultur» gegoogelt hatte, entschied sie sich, Kulturmanagement zu studieren. Ganz simpel. Wieso ausgerechnet Kultur? Sie suchte eine neue Herausforderung. Und die Kultur bot sich dafür an.

Als Kulturmanagerin beschäftigt sich Patricia Umbricht viel mit Kommunikation. Sie sitzt an der Schnittstelle vieler Interessensgruppen. Sie textet Medienmitteilungen, schreibt Verträge und plant Tourneen. Ganz anders als früher. Früher, als Kindergärtnerin, hat sie Elternbriefe und Beobachtungsberichte geschrieben.

Mit Worten ein Lied gestalten
Aktuell betreut sie als Produktionsleiterin das Bühnenprojekt «Pure Joyce». Dieses beschäftigt sich mit dem Werk des irischen Schriftstellers James Joyce. «In dem Stück suchen eine irische Sängerin, ein holländischer Perkussionist und ein Schweizer Schauspieler die Essenz von Joyces Werken», erklärt Patricia Umbricht. Die Truppe experimentiert mit Worten und Klängen, schafft dabei neue Melodien. Wichtig dabei ist, dass ein Rhythmus die Worte leitet. Und dass das Ganze am Schluss miteinander verschmilzt.

Projekte wie «Pure Joyce» sind der Beweis: Patricia hat sich damals fürs richtige Studium entschieden. In ihrem Job setzt sie sich mit dem auseinander, was sie liebt. Menschen, Musik und auch Kunst. Damit kennt sie sich aus.

Vermitteln von Themen und Inhalten
«Da ich im Arbeitsleben vor allem schreibe, ist Schreiben für mich ein Berufswerkzeug», sagt Patricia Umbricht. Deswegen hat sie auch die Schreibwerkstatt absolviert. So hat sie gelernt, wie sie ihr Handeln gegenüber den Interessensgruppen klar begründen kann. Sie schreibt nun sicherer. Weiss, wie sie verständlich ein Projektbeschrieb verfasst, um Unterstützungsgelder für ein Kulturprojekt zu beantragen.

In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich lieber mit anderen Ausdrucksformen. Sie liebt die Musik oder den Tanz. Setzt sie sich ans Klavier, versucht sie mit der Musik die eigenen Gefühle auszudrücken. Und Parallelen? Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dem Schreiben und der Musik? «Natürlich. Das Prinzip des Verstanden-werdens ist dasselbe», meint Patricia Umbricht. Es muss von Anfang an klar sein, was vermittelt werden soll. Sonst kommts nicht an.

Jana Eichenberger

Aktiv schreiben in schnellen Zeiten

Jana Eichenberger arbeitet im Spital Uster. Ihre Patienten sind Texte für die Corporate Communication. Die Kommunikation im Spital funktioniert meist schnell und einfach. Das kennt sie noch von früher.

Recherchieren, planen, schreiben. Dann redigieren und freigeben. Das innerhalb von wenigen Stunden. Warum muss Kommunikation im Spital so schnell gehen? Das Spital ist ein dynamischer, lebendiger Ort. Der Takt der Kommunikation passt sich der Branche an. Das kennt Jana Eichenberger noch von früher – aus ihrer Zeit als Hotelfachfrau. «Gäste wollen schnell bedient werden, dabei muss der Kellner oder die Kellnerin auch die Bestellung korrekt weiterleiten», erzählt Jana. Die Branche bestimmt den Rhythmus, in dem wir schreiben, lesen, arbeiten. Aber nicht nur die Gastronomie verlangt Tempo, auch die Technik.

Technik in Worte packen
Als Jana vor 13 Jahren einen Job in der IT-Branche fand, musste sie das erste Mal beruflich schreiben. Damals mussten die Texte schnell fertig sein, aber die Technik als Schreibthema war nicht immer der Segen, den sich eine Redaktorin wünschte. Darum setzte sie sich Regeln. Die wichtigste Regel: kurze Sätze. Technik ist schon komplex genug. Warum also noch komplexe Inhalte umständlich formulieren? Ihre Leserinnen und Leser haben sich schliesslich die Zeit für ihre Texte genommen, für ihre Informationen zu komplexen Gegenständen und Techniken. Darum schrieb Jana so kurz, logisch und präzise wie möglich. Und intuitiv so, wie sie es später in der Schreibwerkstatt auch lernte.

Schreiben, texten, Kinder erziehen
Die Arbeit im Hotel und in der IT-Branche hat Jana Eichenberger gut auf ihren Job im Spital Uster vorbereitet. Als Marketingfachfrau ist sie nicht nur für die Texte zuständig, sondern organisiert auch den Tag der offenen Türe. Am liebsten mag sie jedoch die Tätigkeit als Redaktorin. Das Verfassen der Artikel für das Mitarbeitermagazin. Texte für die Broschüren schreiben. Spannende Personen treffen. Das alles gibt zwar immer viel zu tun, aber an ein lebendiges Umfeld ist sich Jana gewöhnt.

Und was macht sie in ihrer Freizeit? «Freizeit ist für mich die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe», erzählt Jana. Ihre Kinder wollen unterhalten werden. Also sorgt Jana dafür, dass sie immer etwas unternehmen, wenn sie einen freien Tag hat. Aktiv sein und aktiv schreiben ist ihr Motto. So passt im Moment für Jana alles bestens zusammen. Kinder, Wörter, das Spital Uster. Mehr braucht sie nicht.

Jacqueline Howald

Mit Kommunikation informieren und Verhalten ändern

Sichere Kommunikation. Verschlüsselte Daten, keine Abhörmöglichkeit. Was sich sehr nach einem FBI-Büro anhört, ist unser Verteidigungsdepartement. Und Jacqueline Howalds Arbeitsplatz. Sie schreibt, koordiniert und wird bald lernen, wie sie als Coach die zwischenmenschliche Kommunikation beeinflussen kann.

Jacqueline Howald ist stellvertretende Kommunikationschefin im Bereich «Verteidigung - Führungsunterstützungsbasis». Was genau macht die Führungsunterstützungsbasis? Kurz gesagt: Sie sorgt dafür, dass die Armee und die Blaulichtorganisationen sicher mit- und untereinander kommunizieren. Und Jacqueline Howald schreibt für die Führungsunterstützungsbasis – intern und extern.

Der Liebling? Das Porträt!
Jacqueline Howald erarbeitet Kommunikationskonzepte und schreibt Artikel über Internet-Spezialisten oder über Cloud Computing, wo Daten im Web gespeichert werden. Das Erstere gefällt ihr besser: «Ich liebe es, Porträts zu schreiben», erzählt Jacqueline Howald. So kann sie sich mit Menschen und ihren Interessen befassen. In einem Interview etwas Unerwartetes entdecken, das findet sie spannend. Es ist zudem ein guter Weg, die Leserinnen und Leser über ihren Bereich im Verteidigungsdepartement zu informieren. Durch das Porträt – durch ein Gesicht – kann Jacqueline Howald komplexe Sachverhalte besser erklären als mit blossen Artikeln. So erzeugt sie Mehrwert.

Kommunikation und Verhalten coachen
Einer kommunikativen Person wie Jacqueline Howald ist es wichtig, dass sie sich bei ihrer Arbeit mit Menschen befasst. Ihr Ziel ist es, in den nächsten Jahren als Coach tätig zu sein. Dafür wird sie nächstes Jahr eine Weiterbildung besuchen – basierend auf neuro-linguistischem Programmieren. Da lernt sie, wie das Verhalten durch gezielte Kommunikation verändert wird. Und wie ungewöhnliche Lernmethoden Menschen zum erfolgreichen Kommunizieren verhelfen.

Jacqueline Howald freut sich auf diese neue Herausforderung. Obwohl: neu? «Ich bin gewissermassen schon ein Coach. Für meinen Hund», schmunzelt sie. Aber im Gegensatz zu einem Hund reagiert ein Mensch nicht auf Leckerlis. Sondern auf klare Aussagen. Verständlich formuliert und ohne Raum für Spekulationen. Als Coach bringt Jacqueline Howald nicht mehr Texte in die richtige Form, sondern formt Menschen und ihr Kommunikationsverhalten. Sodass am Schluss alle verstehen.

Ramona Knörr

Nach den richtigen Wörtern tauchen

Sie hat sich in die tiefen Wasser der Sprache gewagt: Ramona Knörr – Redaktorin, Übersetzerin, Taucherin. Sie hat mehrsprachige Kommunikation studiert, spricht Englisch, Französisch und Spanisch. Sie liebt fremde Sprachen, drückt sich jedoch auch gerne ihrer Muttersprache Deutsch aus.

Ramona Knörr ist Redaktorin und Projektleiterin bei der Kommunikationsagentur Sprachwerk GmbH. In der Redaktion der Fachzeitschrift «SWISS ENGINEERING» ist sie zuständig für die Themen Management und Weiterbildung. Sie redigiert und verfasst Artikel. Und führt Interviews. Alles in Deutsch. Dabei wäre sie ausgebildete Übersetzerin. Warum also keine Übersetzungen? «Ich habe während des Studiums gemerkt, dass ich gerne selber Texte erstelle will, nicht nur bestehende übersetzen», erklärt Ramona Knörr. Und zu eigenen Texten hat sie eine besondere Einstellung.

Der Inhalt und seine Priorität
Für Ramona Knörr ist es nicht wichtig, was sie kommuniziert. Sie konzentriert sich vielmehr darauf, wie sie das tut. Sie findet es spannend, wie die Sprache gezielt die Corporate Communication aufwerten kann. «Ein spannender Einstieg, ein logischer Aufbau und abwechslungsreiche Sätze, und die Leser schlafen über einem Text nicht ein», meint Ramona Knörr augenzwinkernd. Verständlichkeit im Text ist für sie wichtig, aber auch bei den Themen Grammatik und Orthografie wird sie zur Detektivin. Wenn sie fürs Sprachwerk Texte redigiert, entgeht ihr kein Komma- oder Tippfehler.


Sie geht der Grammatik auf den Grund. Aber nicht nur dort: Wenn sie keine Kommafehler aufspürt oder Texte für Jahresberichte verfasst, dann taucht Ramona Knörr unter. Im Meer. Mit einer Pressluftflasche auf dem Rücken.

Abtauchen in die Unterwasser-Welt
Ramona Knörr ist begeisterte Taucherin. Sie geniesst die Ruhe unter Wasser. Die Stille. Das einzige Geräusch, das sie wahrnimmt, ist ihr eigenes Atmen. Sie ist schwerelos, lässt sich treiben und beobachtet. «Es ist einfach faszinierend. Ich tauche wortwörtlich in eine andere Welt ein!», erzählt Ramona Knörr. Das Tauchen hat ihr die Angst vor dem Meer und dunklen Tiefen genommen. Nach dem ersten Tauchgang sei die ganze Angst wie weggeschwemmt gewesen, so die Redaktorin. Sie hat nicht mal Angst verspürt, als sie ihrem ersten Hai begegnet ist.

Die nächste Herausforderung ist bereits in Sicht: Ab nächstem Sommer macht sich Ramona Knörr zusammen mit ihrem Partner auf, um ein Jahr die Länder Südostasiens und Südamerikas zu erkunden. Da wird dann auch getaucht. Und wer weiss: Vielleicht wird sie in Zukunft für ein Reisemagazin schreiben. Artikel über das Tauchen. Stilsicher und ohne Kommafehler.